Die SOG und ihre Finanzen: Offener Brief an den Präsidenten SOG

Die SOG hat ein Problem, wenn es um die Finanzen geht. Vor Jahren wurden grosse Verluste beim Wertschriftenportfolio eingefahren. Bei den Kampagnen zur Wehrpflicht und zum Gripen wurden unrealistische finanzielle Versprechungen abgegeben – die Differenz beglich die SOG. Der Wertschriftenertrag ist schwach, der Kursgewinn gering. Eine Offiziersstiftung sollte weitere Mittel organisieren, doch heute ist sie nahezu leer. Noch ein so schlechtes Jahr wie die letzten Jahre und die SOG muss auch die Wertschriften verkaufen. Ohne Veränderungen wäre die SOG wohl spätestens 2019 pleite. Was ist zu tun?

Der Vorstand der SOG verlangt eine Beitragserhöhung um 50%, vielleicht 100% – von CHF 10 auf CHF 15 bzw. CHF 20 pro Offizier. Doch dagegen formiert sich Widerstand.

Die sieben Sektionspräsidenten der Aargauischen Offiziersgesellschaft (AOG) sowie der Vorstand der AOG haben deshalb dem Präsidenten SOG, Oberst i Gst Stefan Holenstein, einen „Offenen Brief“ (PDF) zukommen lassen.

Die hier aufgeführten Zahlen und Fakten unterstreichen unsere Aussagen, Fragen und Anträge. [Update: Die Antworten zu den Fragen gibt es hier]

Finanzielle Führung der SOG

Die finanzielle Führung der SOG der letzten Jahre lässt zu Wünschen übrig. Innerhalb weniger Jahre sind alle zuvor „in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen“ (Quelle: Geschäftsberichte 2013, 2014, 2015) abgebaut worden. Statt frühzeitig das Steuer herumzureissen, hat die SOG von der Substanz gelebt. Folgende Zahlen zeigen dies eindrücklich:

Offiziersstiftung leer

2012 wurde die Offiziersstiftung (zefix.ch) zunächst mit CHF 50’000, dann 2013 mit CHF 300’000 und 2014 nochmals mit 20’000 alimentiert. Dieses Stiftungskapital (sic!) ist über die folgenden Jahre wieder an die SOG zurückgeflossen:

  • 2014: CHF 100’000
  • 2015: CHF 100’000
  • 2016: CHF 100’000
  • 2017: CHF 51’000 (Budget)

Nach Aussage des Finanzchefs befindet sich in der Kasse der Stiftung nun noch CHF 70’000 – womit mit den zusätzlich gefundenen Geldern nicht mehr als der ordentliche Betrieb bezahlt werden konnte.

Ob die Stiftung damit ihrem Zweck nachgelebt hat, muss durch Unabhängige geklärt werden.

Rückstellungen aufgelöst

In den letzten Jahren sind die „in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen“ nahezu vollständig abgebaut worden. Die finanzielle Handlungsfreiheit wurde eliminiert. Die Zahlen belegen diesen dramatischen Abbau:

Rückstellungen (total):

  • 2011: CHF 367’303
  • 2012: CHF 282’803 (Differenz: CHF -84’500)
  • 2013: CHF 168’000 (Differenz: CHF -114’803)
  • 2014: CHF 90’000 (Differenz: CHF -78’000)
  • 2015: CHF 39’000 (Differenz: CHF -51’000)
  • 2016: CHF 39’000 (Differenz: CHF 0)

In diesen Jahren sind folgende Rückstellungen vollständig aufgebraucht worden:

  • Rückstellungen Sicherheitspolitik
  • Rückstellungen Tiger-Teilersatz
  • Rückstellungen Strukturanpassungen (sic!)
  • Rückstellungen Gaming
  • Rückstellungen Diverses
  • Rückstellungen ASMZ

Ohne „weise Voraussicht“ wurden die Reserven der SOG für die Begleichung der operativen Kosten geopfert. Die neuen Strukturen (GS?) sind aber nicht effizienter, sondern teurer. Man fragt sich daher, ob diese Rückstellungen wirklich zweckmässig eingesetzt wurden. Für (teure!) politische Kampagnen fehlt nun das Geld. Die SOG ist diesbezüglich nun handlungsunfähig.

Jahresergebnisse SOG

Offizielle Jahresergebnisse der letzten Jahre:

  • 2011: CHF 3’675.39
  • 2012: CHF 5.95
  • 2013: CHF 1’507.47
  • 2014: CHF -42’358.45
  • 2015: CHF -32’392.92
  • 2016: CHF -38’315.52
  • 2017: CHF -76’800 (Budget ohne Beitragserhöhung)

Rechnet man die Auflösung von Rückstellungen, die über die Offiziersstiftung umgeleiteten Beträge und das Jahresergebnis zusammen, ergibt dies folgende Fehlbeträge:

  • 2012: CHF -84’494
  • 2013: CHF -113’296
  • 2014: CHF -220’358
  • 2015: CHF -183’393
  • 2016: CHF -138’316
  • 2017: CHF -76’800 (Budget)

In den letzten fünf Jahren hat die SOG somit Kapital in der Höhe von CHF -739’857 vernichtet. Die Aktiven nahmen von CHF 617’509 (2011) auf CHF 171’275 (2016) um CHF -446’234 ab.

Die Betriebsrechnung schloss in den vergangenen Jahren ebenso negativ ab:

  • 2013: CHF -969.18
  • 2014: CHF -205’592 (Budget: CHF -180’700)
  • 2015: CHF -183’393 (Budget: CHF -184’900)
  • 2016: CHF -138’316 (Budget: CHF -175’000)
  • 2017: CHF -76’800 (Budget)

Auch hier zeigt sich das gleiche Bild: Die SOG hat in den letzten vier Jahren einen Betriebsverlust von CHF -528’270 eingefahren. Es ist nicht erkennbar, mit welchen Massnahmen der SOG-Vorstand dieses strukturelle Defizit abbauen wollte.

Wie der Finanzchef bzw. der Vorstand SOG bei diesen Zahlen von einer „gesunden finanziellen Basis“ sprechen kann, ist uns schleierhaft.

Gründe

Gründe für die Talfahrt sind aus unserer Sicht:

  • Neues, teures Generalsekretariat mit zu hohen Ansprüchen
  • Teure Kampagnen und gefährliche Versprechen
  • Ungenügende Finanzkompetenz und fehlende Sensibilität für Vereinskassen und Stiftungen an der SOG-Spitze
  • Gutgläubigkeit
  • Geistige Faulheit zur alternativen Mittelbeschaffung

Generalsekretariat

Mandat an PR-Firma

Die SOG-Führung hat ihre Mitglieder seit der Wahl des neuen Generalsekretärs (GS) unvollständig informiert. Im Geschäftsbericht 2012 (Seite 7) steht:

„Der Präsident [Br Froidevaux], Vizepräsident M. Graf und die amtierende Sekretärin I. Thomann führten mit fünf Kandidaten ein persönliches Gespräch und schlugen drei davon dem Vorstand zur Auswahl vor. Dieser wählte am 10. 9. 2012 sein bisheriges Vorstandsmitglied Hptm Daniel Slongo zum Generalsekretär. Er wird sein Amt am 1. 2. 2013 antreten und vom 1. 4. 2013 an die Geschäfte der SOG von St. Gallen aus führen.“

Fakt ist jedoch, dass der Auftrag zur Führung des Generalsekretariats an die St. Galler Kommunikationsfirma „alea iacta“ erteilt wurde und die beiden öffentlich als Generalsekretär und Sekretärin genannten Personen bei dieser Firma angestellt sind. Diese führt denn auch den Auftrag auf ihrer Webseite auf; Die Mitarbeiter sind als Angestellte klassifiziert.

Auch in den kommenden Jahren wurde dieser kostentreibende Faktor einer Mandatsvergabe an eine Firma nicht in den Geschäftsberichten kommuniziert:

„Am 1. Februar 2013 trat Maj Daniel Slongo sein Amt als neuer Generalsekretär der SOG an und übernahm von seiner Vorgängerin Hptm Irène Thomann die Akten. Im April 2013 übersiedelte das Generalsekretariat der SOG von Zürich nach St.Gallen. Mit Hptm Kathrin Loppacher konnte auch das Sekretariat der SOG mit einer kompetenten Stelleninhaberin besetzt werden.“ (Quelle: Geschäftsbericht 2013, Seite 8)

Der Arbeiten des Generalsekretariates mit den vielfältigen Aufgaben zu Gunsten der Abstimmung zum Gripen-Fondsgesetz hat grossen Einfluss auf den Sekretariatsaufwand, der um CHF 27’200.– höher als budgetiert ausfiel. Durch Eigenleistungen des Generalsekretariates konnte dies bei den Übersetzungen fast eingespart werden. (Geschäftsbericht 2014, Seite 14)

Die Arbeiten des Generalsekretariates mit den vielfältigen Aufgaben zugunsten unserer politischen Aktivitäten hatte grossen Einfluss auf den Sekretariatsaufwand, welcher wie budgetiert abschloss. (Geschäftsbericht 2015, Seite 16)

Auf die Arbeiten des Generalsekretariates mit den vielfältigen Auf- gaben zu Gunsten unserer politischen Aktivitäten hat der Sparauftrag wenig Einfluss, da wir vertraglich gebunden sind – somit schliesst der Sekretariatsaufwand wie budgetiert ab. (Geschäftsbericht 2016, Seite 15)

Anstelle von „Kosten“ wurde in den Jahresberichten stets von „Entschädigung Generalsekretariat“ gesprochen. Damit wurden die Mitglieder in die Irre geführt. Es entstand der Eindruck, der Generalsekretär (und seine Assistenz) wären direkt von der SOG angestellt.

Wir müssen davon ausgehen, dass dieser Umstand deshalb bewusst den Mitgliedern unterschlagen wurde. Die SOG hat durch diese Konstellation mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zu hohen Preis bezahlt. Die Eigentümer von ‚alea iacta‘ werden es der SOG danken.

Steigende Kosten

Seit der Einführung des ‚professionellen Generalsekretariats‘ haben die Kosten um 43% auf über CHF 232’000 zugenommen. Gegenüber der letzten Rechnung vor dieser Lösung stiegen die Kosten um das 2.7-fache. Ein Vergleich zwischen Budget und Rechnung sowie mit dem früheren Generalsekretariat unter Frau Thomann (2012) sieht so aus:

  • 2012: Budget: CHF 65’000 – Rechnung: CHF 86’159 (+CHF 21’159)
  • 2013: Budget: CHF 162’500 – Rechnung: CHF 221’376 (+CHF 58’876)
  • 2014: Budget: CHF 205’000 – Rechnung: CHF 232’200 (+CHF 27’200)
  • 2015: Budget: CHF 232’200 – Rechnung: CHF 232’200 (+CHF 0)
  • 2016: Budget: CHF 232’200 – Rechnung: CHF 232’200 (+CHF 0)
  • 2017: Budget: CHF 200’000 (-14%)

Die Firma alea iacta hat seit 2013 mit der SOG einen Umsatz von CHF 1’004’135 erzielt.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass allein die Kosten für das Generalsekretariat die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen seit 2013, dem Jahr der „Professionalisierung“ übersteigen.

Zwar wurden vom Generalsekretariat (sic!) Vorschläge für eine Reduktion der Kosten vorgeschlagen, an der grundsätzlichen Konstellation wurde aber nicht gerüttelt. Diese Unterlassung in der Variantenprüfung ist fahrlässig und zu korrigieren.

Wirkung im Ziel?

Steigende Kosten sind nur dann gerechtfertigt, wenn die Wirkung im Ziel überproportional zunimmt. In Anbetracht der gestiegenen Kosten und der gemachten Erfahrungen in den letzten vier Jahren ist eine Wirkungsanalyse angebracht. Mit welchen Mitteln wurden die Ziele erreicht und gibt es allenfalls günstigere / effektivere Varianten?

Die geografische Distanz zwischen St. Gallen (dem Standort der Kommunikationsfirma „alea iacta“, bzw. des Arbeitgebers des Generalsekretärs) und Bern, dem politischen und militärischen Zentrum der Schweiz, ist für eine Auftragserfüllung (z.B. im Bereich Lobbying) hinderlich und verursacht unnötige Reisekosten. Eine Dislokation nach Bern ist daher zu prüfen.

Auf Stufe Lokal- und Kantonalsektionen ist die SOG seit Jahren „kaum spürbar„. Die Meinung der Mitglieder und Sorgen der Vorstände scheint kaum ein Thema zu sein. Das aktuelle Vorgehen bezüglich Mitgliederbeitragerhöhung („Wir tun was wir für richtig halten, ihr bezahlt die Zeche!“) trägt – einmal mehr – zu negativen Image des GS bei.

Ahnungsloser Finanzchef

Die SOG hat „eine gesunde finanzielle Basis“

Wie beurteilt der Finanzchef, Oberst Edgar Gwerder die finanzielle Situation der SOG in den vergangenen Jahren? Die Geschäftsberichte geben Auskunft:

Die Spende, welche in die Stiftung floss, gewährleistet uns die Weiterführung der heutigen Struktur mit dem Generalsekretariat in den nächsten drei Jahren, wofür wir sehr dankbar sind. […] Nach wie vor hat die SOG eine gesunde finanzielle Basis. Die in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen werden gezielt eingesetzt und zweckgebunden abgebaut. Für das laufende Geschäftsjahr 2014 erwarten wir eine ausgeglichene Rechnung. Der Mehraufwand für die Aktivitäten wird durch die Auflösung von Rückstellungen sowie von der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee gedeckt. Eine entsprechende Zahlungsgarantie liegt vor. (Geschäftsbericht 2013, Seite 11)

„Für die Finanzierung von nicht bezahlten Solidaritätsbeiträgen mussten erhebliche Rückstellungen aufgelöst werden. Dank den grosszügigen Spenden, welche zweckgebunden zu Gunsten der SOG und den Aufwendungen für die Organisation sind, konnte der Mehraufwand bei den Sekretariatskosten verkraftet werden. Die Spende, welche in die Stiftung floss, gewährleistet der SOG die Weiterführung der heutigen Struktur mit dem Generalsekretariat in den nächsten drei Jahren.
Nach wie vor hat die SOG eine gesunde finanzielle Basis. Die in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen werden gezielt eingesetzt und zweckgebunden abgebaut.“ (Geschäftsbericht 2014, Seite 5)

Während der «normale» Betrieb im Rahmen des Budgets abschloss, musste für die Finanzierung der zusätzlichen Aktivitäten Rückstellungen aufgelöst werden. Trotzdem schliesst die Rechnung mit einem Verlust von CHF 42’358.45 ab. […] Die gesamten Mehraufwendungen konnten teilweise durch Auflösung von Rückstellungen [CHF 114’803] und dem Beitrag der Stiftung vermindert werden. Noch hat die SOG eine gesunde finanzielle Basis. Die in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen wurden zielgerichtet und zweckgebunden abgebaut. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2015 erwarten wir keine ausgeglichene Rechnung. Der Mehraufwand für die Aktivitäten kann nur zum Teil durch Beiträge der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee gedeckt werden. (Geschäftsbericht 2014, Seite 14)

Die gesamten Mehraufwendungen konnten nur teilweise durch Auflösung von Rückstellungen und dem Beitrag der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee vermindert werden. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Verlust von CHF 32‘392.92 ab, was CHF 1‘507.08 unter dem budgetierten Mehraufwand liegt. […] Die in weiser Voraussicht in früheren Jahren gebildeten Rückstellungen wurden nun zielgerichtet und zweckgebunden vollständig abgebaut. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwarten wir keine ausgeglichene Rechnung. Der Mehraufwand für die Aktivitäten kann nur zum Teil durch Beiträge der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee gedeckt werden. Aus diesem Grunde ist eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages unausweichlich. (Geschäftsbericht 2015, Seite 16)

[Update] ACHTUNG: WIDERSPRUCH zum Protokoll zur DV 2016:
„Für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwartet der Vorstand dank der letztmaligen Auflösung von Rückstellungen und den Zuwendungen der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee eine ausgeglichene Rechnung.“ (Geschäftsbericht 2016, Seite 7)

Nach wie vor kann die SOG ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Da in weiser Voraussicht in früheren Jahren Rückstellungen gebildet worden sind, können diese nun gezielt eingesetzt und weiter zweckgebunden abgebaut werden. Es sind jedoch mehr finanzielle Mittel nötig, da die Reserven Mitte 2017 aufgebraucht sein werden. Aus diesem Grund schlägt der Vorstand der Delegiertenversammlung eine Beitragserhöhung vor. (Geschäftsbericht 2016, Seite 5)

Auch mit den grössten Sparbemühungen und einem effektiven Leistungsabbau ist es nicht möglich, im laufenden Geschäftsjahr 2017 eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren. Aus diesem Grunde ist eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages unausweichlich. (Geschäftsbericht 2016, Seite 15)

Die Aussagen des Finanzchefs sind angesichts der seit Jahren tiefroten Zahlen eine Frechheit. Die SOG lebt seit vier Jahren auf Kosten früherer Generationen und möchte nun ihr unverantwortliches Handeln mit einer Beitragserhöhung nachträglich legitimieren.

Handlungsbedarf war bereits mit dem Abschluss 2012 ausgewiesen, als erste Rückstellungen aufgelöst wurden, ohne dass die Strukturen effizienter wurden. Von „zielgerichtet“ und „zweckgebunden“ kann keine Rede sein.

Im Geschäftsbericht 2016 wird die Unfähigkeit auch offiziell eingestanden:

Die gesamten Aufwendungen konnten teilweise durch Auflösung von Rückstellungen und dem Beitrag der Stiftung vermindert werden. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Verlust von CHF 38 315.52 ab, was CHF 36 684.48 unter dem budgetierten Mehraufwand liegt. […] Auch mit den grössten Sparbemühungen und einem effektiven Leistungsabbau ist es nicht möglich, im laufenden Geschäftsjahr 2017 eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren. Aus diesem Grunde ist eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages unausweichlich. (Geschäftsbericht 2016, Seite 15)

Blenden wir zurück. Ein Jahr zuvor prophezeit der Vorstand an der Delegiertenversammlung 2016 noch dies:

Für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwartet der Vorstand dank der letztmaligen Auflösung von Rückstellungen und den Zuwendungen der Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee eine ausgeglichene Rechnung. (Protokoll DV im Geschäftsbericht 2016, Seite 7)

Haben die Revisoren geschlafen?

Mindestens so schlimm erachten wir den Umstand, dass sich die Revisoren jeweils mit folgenden Bemerkungen aus der Verantwortung stehlen:

Für die Jahresrechnung ist der Vorstand verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, diese zu prüfen. […] Bei unserer Revision sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung nicht Gesetz und Statuten entspricht.

Wie die finanzielle Lage der SOG einzuschätzen ist, war offenbar nicht ihre Aufgabe.

Erst im Revisorenbericht für das Geschäftsjahr 2016 (!) schreiben die Revisoren:

Wir weisen jedoch darauf hin, dass ein strukturelles Defizit besteht und die Fortführung ohne Sanierungsmassnahmen (Erhöhung Mitgliederbeitrag verbunden mit Leistungsabbau) nicht gewährleistet ist.

Die schlafenden Revisoren:

  • 2013: Oberstlt Christian Ryser, Maj Hans Jörg Riem
  • 2014: Oberstlt Christian Ryser, Oberstlt i Gst Olaf Wolfensberger
  • 2015: Oberstlt Christian Ryser, Oberstlt i Gst Olaf Wolfensberger
  • 2016: Oberst i Gst Olaf Wolfensberger, Oberstlt René Kipfer

Medienberichte

 

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