Sicherheit Schweiz 2012

Das Center for Security Studies (ETH Zürich) sowie die MILAK an der ETH Zürich haben heute die neuesten Zahlen und Erkenntnisse zur “Sicherheit 2012” publiziert. Die Ergebnisse geben durchaus Hinweise auf anstehende Diskussionen und Abstimmungen. Hier ein Blick auf einige bemerkenswerte Erkenntnisse:

  • Die grosse Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung (78%, -6% ggü Vorjahr) beurteilte im Januar 2012 die Zukunft des Landes insgesamt überaus positiv. Mehr als jeder Zweite (53%, -1%) denkt, dass sich die weltpolitische Lage in den nächsten fünf Jahren düsterer und gespannter präsentieren wird. 8% halten einen Krieg zwischen der Schweiz und einem anderen Staat in den nächsten zehn Jahren für möglich.
  • 80% (+3%) der Befragten teilen die Meinung, die Schweiz solle wirtschaftlich und politisch möglichst unabhängig bleiben. 95% befürworten die Beibehaltung der Neutralität.
  • 78% der Befragten heissen gut, dass “das Schweizer Volk auch bei Militärfragen das letzte Wort hat”.
  • 62% sehen die Verteidigung des Landes als eine Bürgerpflicht an und stützen das Milizprinzip als Organisationsform der Schweizer Gesellschaft. 75% (-4%) erachten die Armee als notwendig. 69% wollen eine gut ausgerüstete und ausgebildete Armee. 7% (-9%) wünschen sich eine Aufstockung des Budgets.
  • 48% (+10%) stimmen der Aufhebung der Wehrpflicht zu (Die 18-29-Jährigen befürworten im langjährigen Trend die Berufsarmee jeweils stärker als der Rest der Bevölkerung). Aktuell wird eine Milizarmee (52%, +4%) einer Berufsarmee (43%, +0%) leicht häufiger vorgezogen.
  • 58% der Befragten stimmen der Aussage zu, wonach Militärdienstleistende auf die Unterstützung der Arbeitgeber zählen können. Ebenso finden 54%, dass die Mehrfachbelastung durch den Militärdienst bewältigt werden könne, ohne dass die Berufskarriere dadurch Schaden nimmt.
  • Eine militärische Milizkarriere bleibt unterstützungswürdig. Für deren Attraktivität braucht es jedoch Rahmenbedingungen. Eine Attraktivitätssteigerung von militärischen Milizkarrieren orten 66% im Zusammenspannen von Armee und Wirtschaft. Die militärische Milizkarriere soll von den Arbeitgebern unterstützt und bestärkt werden (63%). 44% denken, dass die Ungewissheit über den zivilen Nutzen einer militärischen Milizkarriere die Attraktivität des Weitermachens mindere.

Die gesamte Studie (PDF) ist auf der Webseite des CSS oder des VBS verfügbar.
Mitteilung VBS

2 Kommentar(e):

  1. Oberst Gst Charles Ott:25 May 2012
    Leider wollen viele den Weg des geringsten Aufwands gehen. Grundlage ihrer Beurteilungen ist die Medienkultur, welche nur Negatives bringt und den Jungen helfen will, ohne persönlcihen Aufwand die Vo rteile der Schweiz zu geniessen.
    Die Wehrpflichtarmee ist für die Vtg das Beste und hilft erst noch, die Ethnien und Leute von Stadt und Land, resp von Berg und offener Gesellschaft zusammenzuhalten. Die Schweiz kann nur gut überleben, wenn Alle für ihr Gedeihen und Ueberleben eigene Opfer bringen.
    Herzlich Charles Ott
  2. Hans-Jacob Heitz:25 May 2012
    Quo vadis allgemeine Wehrpflicht und Milizarmee?Warum verliert die Wehrpflicht immer mehr an Unterstützung und liegt die Akzeptanz bereits unter 50%?! Diese Entwicklung müsste die militärischen Verbände und über diese die Sicherheitspolitiker alamieren. Nichts dergleichen aber ist hör- und spürbar! Bedenklich! Warum konnte es soweit kommen? Ist der point of no return etwa schon erreicht? Die Gefahr besteht durchaus!
    Unsere verwöhnte Schweizer Gesellschaft ist träge, egoistisch und von Geldgier getrieben mental fett geworden! Wenn nicht endlich aus der Ecke der militärischen Verbände nachhaltig andere Signale ausgesendet werden, dann ist es bald Matthäus am Letzten mit unserer Milizarmee. Meine vor rund einem Jahr in der ASMZ lancierte Idee von Teaser-Inseraten fand kein Gehör, die Gesässtasche hinten rechts blieb verschlossen! So dürfen wir uns nicht wundern, wenn es mit unserer Milizarmee immer schneller bergab geht. Hier könnte die Gesellschaft der Gst Of in die Bresche springen, was aber selbstloses Engagement, Mut und Zivicourage erfordert, welche ich im Führungsorgan nicht wirklich erkennen kann. Kritische Geister sind verpönt!
    Nicht ohne Grund hinterfragte ich an der letzten GV die Budgetposition für die Vorstandskosten, denn diese ist symptomatisch für diese Entwicklung. Statt Schulterklopfen gilt es endlich, den Bürger aus dem Busch zu klopfen!
    Wie heisst es doch so treffend:
    “ Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit der Mut“!

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