Jo Lang: Wortgewaltige Faktenfreiheit

Jo Lang hat in der NZZ vom 5.8.2013 wortreich seine Hilflosigkeit zum Ausdruck gebracht: Er ist zwar Mitglied des Komitees der Wehrpflicht-Abschaffungs-Initiative, kann aber nicht darlegen, wie denn die von der Initiative geforderte Freiwilligenmiliz ausgestaltet werden soll. Man würde doch von einem Initiativkomitee erwarten, dass es eine Vorstellung hat, wie seine Idee umgesetzt werden soll. Stattdessen zitiert Jo Lang alle möglichen Experten. Dies zeigt, dass sehr viele Fragen zu dieser Freiwilligenmiliz ungeklärt sind.

Die Kernfrage: Könnten genügend qualifizierte Freiwillige gefunden werden? Dies zeigt, dass die Annahme der Initiative  die Schweiz auf den sicherheitspolitischen Holzweg führen würde. Die Wehrpflicht-Abschaffungs-Initiative ist eine eigentliche Unsicherheits-Initiative.

Festzuhalten ist, dass kein Land der Welt seine Armee als Freiwilligenmiliz organisiert hat.

Mit den Truppenstärken europäischer Armeen geht Jo Lang grosszügig um. Gemäss Armeebericht des Bundesrates verfügt Finnland über eine Mobilmachungsstärke von 350’000, Schweden über 50’000, Österreich über 45’000. Das ist doch deutlich mehr als die 20’000 Soldaten, die gemäss Jo Lang „ungefähr den Beständen der bündnisfreien Staaten Finnland, Schweden und Österreich“ entsprechen.

Schliesslich werden bei den Tauglichkeitszahlen Äpfel und Birnen vermischt: Jo Lang zählt zu den Untauglichen auch diejenigen Armeeangehörigen, die ihre Wehrpflicht erfüllt haben, aber noch Diensttage auf dem Konto haben, wenn sie die gesetzliche Altersgrenze erreichen und entlassen werden, so wie es das Militärgesetz verlangt. Diesen Mangel soll mit der Weiterentwicklung der Armee beheben werden – dazu muss man nicht die Wehrpflicht abschaffen!

Deshalb Nein am 22. September 2013 zur Wehrpflicht-Abschaffungs-Initiative, die eine Unsicherheits-Initiative ist!

Eine Antwort auf „Jo Lang: Wortgewaltige Faktenfreiheit“

  1. Josef – genannt Jo – Lang ist ein schlauer Fuchs, der sich nach aussen gern als charmant und einnehmend gibt. Im Innern ist er aber ein knallharter Pazifist, zusammen mit SP-Nationalrat Andreas Gross Gründungsmitglied der „GSoA“ und somit „Armeeabschaffer der ersten Stunde“. Er vertritt somit klar eine Position der wehrpolitischen Schwächung unseres Landes. Das hat ihm, dem gebürtigen Freiämter und heutigen Zuger, das Zuger Stimmvolk nicht mehr verziehen und ihn nach 8 Jahren Zugehörigkeit zum Nationalrat vor zwei Jahren wieder abgewählt. Auch im Kanton Zug steht angesichts der weltweit latenten Terrorismusgefahr eine bürgernahe, bewaffnete Abwehrbereitschaft, wie wir sie in der Schweiz haben, nicht zur Diskussion.
    Jo Lang aber zu unterstellen, er hätte keine Vorstellung davon, wie die von der neuen GSoA-Initiative vorgesehene Freiwilligenarmee umzusetzen sei, ist sehr naiv. Natürlich weiss das Jo Lang sehr genau. Aber es entspräche einem klassischen Eigentor, das im laufenden Abstimmungskampf laut zu sagen. Die Zustimmung im Volk zu dieser höchst verantwortungslosen Initiative nähme noch weiter ab. Jo Lang hätte nämlich zugeben müssen, dass sich eine Freiwilligenarmee einerseits nur mit unsinnig hohen Lohnkosten rekrutieren liesse und sie andererseits dann weitgehend aus Rambos, Inkompetenten und hauptsächlich selbstverschuldet Arbeitslosen zusammengesetzt wäre. Das aber entspricht nicht den Vorstellungen des auf Sicherheit bedachten Schweizervolkes!

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